"Man benutzt Spiegel, um sein Gesicht zu betrachten und die Kunst, um seine Seele zu erkennen."
 Bernhard Shaw

ja, das bin ich .... so sehe ich aus .... oder so sehe ich mich, wenn ich in den  Spiegel schaue ... über mich selbst zu schreiben fällt mir schwer ... natürlich könnte ich so schreiben, als ob jemand anders den Text verfasst hätte, oder jemand anderen ein paar nette Worte zu meiner Person schreiben lassen ...ich finde jedoch beides unglaubwürdig ... ich könnte auch erzählen was für ein toller Kerl ich bin, welche Schulen ich besucht, was für Abschlüsse ich gemacht, was für Ausbildungen ich genossen, für wen ich schon alles gearbeitet und wo ich überall ausgestellt habe ...aber all das wäre nichts weiter als leeres Geschwätz ... stattdessen möchte ich ein Bild sprechen lassen, das ich vor einigen Jahren gemalt habe ... es war das erste mal, dass ich mich selbst darstellte ... heute betrachte ich es anders, nämlich mit der nötigen Distanz ...


"my self" 1997                                       
Acryl auf Leinwand  240cm x 150cm        

Distanz

Kennst du die Geschichte von der Wespe, die sich in einen Raum verirrt hatte, in dem es nur ein Fenster gab durch das Licht einfiel ... hast du sie auch beobachtet wie sie mit voller Kraft immer wieder vergeblich gegen die Scheibe flog, dem Licht entgegen, ohne inne zu halten oder aufzugeben ... hast du gesehen wie eifrig sie damit beschäftigt war nach draussen zu kommen ohne zu merken, dass das Fenster leicht schief stand und somit genügend geöffnet gewesen wäre um hinaus zu fliegen ...
War sie vom Licht so geblendet, dass sie den Luftzug nicht gespürt hatte, oder war sie in Panik geraten und verwirrt gewesen ... vielleicht war auch ihr Flügelschlag zu heftig, um die von draussen herein strömende Luft wahrzunehmen und den Weg in die Freiheit zu finden ...
Kennst du die Geschichte vom Mann, der mit dem Staubsauger der Fensterfront entlang reinigte und dabei eine vertrocknete Wespe aufgesogen hatte, ohne um sie zu trauern und zu verstehen, dass seine Geschichte der, der Wespe glich, die nicht die nötige Distanz hatte, um die Sache objektiv zu betrachten und daran zu Grunde gegangen war ...


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